Mitteilung – Wirkung

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Auszug aus der Mitteilung – Wirkung


Tag für Tag engagieren sich Menschen, um die Gesellschaft besser zu machen. In der Nachbarschaft, in der Pfarrgemeinde, in einem Verein oder in einer großen weltweiten Organisation. All diese Menschen möchten mit ihrer Arbeit möglichst viel bewirken. Sie überlegen und planen, entwerfen Konzepte und setzen sie um. Im Internet bin ich auf eine Seite mit der Überschrift gestoßen:

„WIRKUNG LERNEN Für alle, die Gutes noch besser tun wollen.“

Hier wird angeregt, sich Wirkungsziele zu setzen und eine Wirkungslogik zu erarbeiten, um eine Orientierung zu haben für den richtigen Weg zu einem wirksamen Engagement. Ob immer Erfolg beschieden ist, wenn man danach handelt? Vielleicht haben Sie es selbst erfahren, dass Sie sich angestrengt haben, aber die erhoffte Wirkung ausgeblieben ist. Oder ihre Bemühungen hatten eine schnelle Wirkung, die jedoch nicht von Dauer war. Oder ein Redner hatte sich bemüht, die Zuhörer für sein Projekt zu gewinnen, und er musste erkennen, dass seine Worte die Wirkung total verfehlten.

Welcher Wirkungslogik ist Gertraud von Bullion gefolgt? Sie folgte ihrem Herzen, das ganz an Gott gebunden war. Bereits am Tag ihrer Erstkommunion hatte sie es ganz an Jesus verschenkt. Damals schrieb sie auf ihren Wunschzettel:

„Lass mich eine Missionsschwester werden.“

Dieses Ziel hat sie im wahrsten Sinne des Wortes erreicht, jedoch anders als sie es sich vorgestellt hat. Gott führte sie nach seinen Plänen. Bei ihrem Dienst als Rote-Kreuz-Schwester im Ersten Weltkrieg in Mons/Belgien lernte sie die junge Schönstattbewegung kennen und begeisterte sich für deren Ideale und Ziele. Nach dem Krieg hinderten Umstände und ihre Krankheit sie daran, in einen Missionsorden einzutreten. Durch die Zeitverhältnisse erkannte sie die Bedeutung der Missionsarbeit im eigenen Umfeld, denn sie spürte, wie sehr sich die Menschen Gott entfremdet hatten.

Auf die Mit-Wirkung kommt es an!

Gertraud hat ihren Alltag aus einer tiefen Gottesbeziehung heraus gestaltet und versucht, den Willen Gottes für ihr Leben zu erkennen. Sie hatte Wünsche und Fragen, die zurücktraten, je mehr die Sehnsucht in ihr wuchs, im Apostolischen Bund von Schönstatt mitwirken zu dürfen. Durch ihre Mitwirkung entstand eine Gemeinschaft von Frauen, die mitten in der Welt nach den evangelischen Räten der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams leben, und in den verschiedensten Bereichen missionarisch tätig sind. Die Wurzel dieser neuartigen Gemeinschaft liegt in der Weihe Gertraud von Bullions und Marie Christmanns am 8. Dez. 1920.

Auswirkungen

Aus dieser Gemeinschaft, dem Schönstatt-Frauenbund, sind das Institut der Schönstätter Marienschwestern und später das der Frauen von Schönstatt herausgewachsen. 1930 sagte der Gründer, Pater Kentenich: „Wer den Atemzug Schönstatts kennt, hält es für selbstverständlich, dass unsere Frauen einen hervorragenden Bestandteil an der Erneuerung der Welt und an der Sendung Schönstatts haben müssen.“ Heute gehören weltweit viele Frauen zu den verschiedenen Gemeinschaften der Schönstattbewegung. Ihnen liegt die Entfaltung der Persönlichkeit als Frau besonders am Herzen.

Renate Zegowitz

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