Gertraud von Bullion – eine große Frau – II. Teil

„GREIFEN SIE DAS ERBE DER GERTRAUD VON BULLION AUF!“ J. Kentenich

II. Teil

REIFE FRAU

Und schließlich wurde sie immer mehr zu einer im Liebesbündnis gereiften Frau. Das zeigt sich schon im vorigen Brief an Nikolaus Lauer. Dass ihr durch menschliche Gegebenheiten und die beginnende Krankheit der Lungetuberkulose Grenzen gesetzt werden, das ist nicht leicht. Sie sagt Ja zu ihren Grenzen, weil sie sich von der Liebe Gottes getragen weiß:

„Aber, Schwestern, lange währt unsere Kahlheit nicht. Eines Nachts beginnt es leise zu schneien. Flöckchen um Flöckchen sinkt nieder, ungezählte Mengen, und das starre, harte Schwarz der Äste und Zweige verschwindet unter der Last des Schnees. – Als ich seinerzeit im Schwarzwald war, hatte ich vorn an der Liegehalle ein Tannenästchen angebracht. Eines Morgens fielen die Schneeflocken drauf, und ich konnte beobachten, wie von Viertelstunde zu Viertelstunde das Zweiglein sich beugte und wie immer mehr Flocken darauf niederfielen. Es war kaum zu begreifen, wie dies schwache Ästlein eine Schneelast von mindestens 15 Zentimetern Höhe zu tragen vermochte. Damals erfasste mich gar übermächtig der Gedanke an die von der Gnade überschüttete Seele. Und unwillkürlich muss ich dies Bild mit jenem der kahlen Bäume verbinden. Unhörbar senkt sich die Gnade nunmehr herab, und sie allein bildet jetzt den blendenden Schmuck der Seele. – Wenn nun die Menschen in Rufe des Entzückens ausbrechen, den Baum in Freuden betrachten und bewundern, so ist es der Schnee und nicht der Baum, den sie bewundern. So möge es auch einmal bei uns werden: Das Gnadenwirken mögen die Menschen, die dafür Sinn haben, an uns bewundern – wir selbst, unsere Kahlheit und Nacktheit verschwinden dann mehr und mehr unter der überfließenden Güte Gottes!“

Brief November 1928

SYMPATHISCH

Zum Schluss darf ich noch etwas für mich sehr Sympathisches beifügen: Gertraud von Bullion hat sich für die Schönstattbewegung (und den Bund) in Bayern engagiert. Das lag ihr am Herzen:

„Ja, wir wollen uns ganz dem Bunde hingeben! … Es war arg bitter und schwer, die andern Gaue so stark und blühend zu sehen – im eigenen Gau nur mühselige, arme Ansätze, die vielleicht sich verlaufen wie alle andern bisher. In meines Herzens höchster Not bot ich der Mutter das Leben für den Bund, speziell für den Bund in Bayern an. Und wenn’s mein Leben kostet, Bayern soll blühen! – Leicht zwar ist das gesagt, aber schwer ist’s, wenn Gott einen beim Wort nimmt.“

Briefauszug 1929

Das verbindet sie besonders mit unserem Landsmann Papst em. Benedikt XVI. Gertraud von Bullion wirkt sicher auch heute noch bei Gott mit, dass Schönstatt in allen Ländern und Regionen wächst. Dafür dürfen wir ihr dankbar sein.

O.A. Isch, Deutschland

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